Aufbau der Außenanlage

Die Festung Honberg zeichnet sich durch einen klar strukturierten und sehr zweckmäßigen Aufbau aus, wie man ihn bei anderen Festungsanlagen nur recht selten findet.

Der folgende Grundriss zeigt den Aufbau der Festung Honberg:

Schmitt, Günter (1990): Burgenführer Schwäbische Alb. Band 3 – Donautal.
Biberach: Biberacher Verlagsdruckerei.



Eine lange Umfassungsmauer umgibt den ehemaligen Truppensammelplatz. Dieser war zur Erbauungszeit der Festungsanlage noch völlig baumlos und bot Platz für die Zelte von bis zu zweitausend Soldaten. Vermutlich befanden sich in diesem Bereich auch mehrere Wirtschaftsgebäude.

Früher führte ein aus Holz gebauter Wehrgang entlang der Mauer um die gesamte Anlage. In regelmäßigen Abständen gab es Rund- und Ecktürme, von denen aus man die Umgebung überblicken und die Mauer mit Geschossen bestreichen konnte.
Auf der südöstlichen Seite war die Mauer deutlich stärker und höher. Zwei mächtige Bastionen und ein Burggraben sicherten die Festung zusätzlich zu dieser Seite hin.

Aufbau des Wohnschlosses

Das Zentrum der Anlage bildete das sogenannte Hochschloss, das sich auf der von außen am schwierigsten zugänglichen, der Stadt zugewandten Seite, befand. Das Schloss war mit einer weiteren Mauer, dem sogenannten Zwinger, und mit einem zweiten, kleineren Graben zusätzlich befestigt.

Das 30 m lange und knapp 17 m breite Gebäude mit vier runden Ecktürmen und hohem Satteldach stellte den Verwaltungs- und Wohnsitz des Obervogts und seiner Familie dar.

Es teilte sich in drei Stockwerke und war zur Hälfte unterkellert.

Erdgeschoss


Spuren an den noch erhaltenen Mauern deuten darauf hin, dass sich das Erdgeschoss wiederum in zwei Zwischengeschosse teilte. Betrat man das Gebäude durch das riesige Eingangstor, dann befand man sich in einem breiten Gang, zu dessen Seiten sich Stallungen und Vorratsräume befanden. Über Leitern konnte man auf den Boden des zweiten Zwischengeschosses gelangen, wo wahrscheinlich ebenfalls Vorräte lagerten. Darüber hinaus müssen sich im Erdgeschoss Holzverschläge für Gesinde und Wachtposten befunden haben.


Zisternenanlage und Treppenturm


Die Zisterne ist heute noch als solche erkennbar. Sie befindet sich im südlichen Eckturm des Hochschlosses. Der Brunnenschacht lag im Erdgeschoss, man konnte das Wasser aber von jeder Etage aus durch eine Öffnung im Boden nach oben fördern. Der Treppenturm könnte sich im Westturm, dem heutigen Zinnenturm, befunden haben. Er führte in die beiden oberen Geschosse des Schlosses.

Erstes Obergeschoss


Im ersten Obergeschoss befanden sich nach heutigem Kenntnisstand mehrere Verwaltungsräume, also der Arbeitsbereich des Obervogts, und der sogenannte Eichensaal. Dieser diente mit seinen imposanten Säulen aus Eichenholz, den holzgetäfelten Wänden und der langen Tafel vor allem der Repräsentation.


Zweites Obergeschoss


Das zweite Obergeschoss stellte den Wohnbereich dar. Hier fand man mehrere Schlafräume, die Stube und die Küche. Für die damalige Zeit war der Wohnbereich recht komfortabel eingerichtet.


Die Baugeschichte zum Download – Mit zusätzlichen Anmerkungen zum Grundriss. (178 KB)

Quellen:
Knörle, Rainer (2006): Die württembergische Südfeste Honberg. http://www.rainerknoerle.de/tuttlingen/honberg.html

Schmitt, Günter (1990): Burgenführer Schwäbische Alb. Band 3 – Donautal.
Biberach: Biberacher Verlagsdruckerei.

Aesculap Hirschbrauerei Rieker Karl Storz Stadt Tuttlingen Zisch FrischFreunde und Förderer der HdM